Die Theaterflöhe: Pädagogisches Konzept

Pädagogisches Ausrichtung

In Abstimmung mit dem Bayerischen Erziehungs- und Bildungsplan (BayBEP) und dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) richtet sich die pädagogische Arbeit nach dem situationsorientierten Ansatz, das heißt die Erziehung geht grundsätzlich vom Kind aus. Lernprozesse werden durch Spielsituationen bzw. soziale Situationen angeregt, wobei die momentane Lebenssituation der Kinder und ihrer Familien in die Umsetzung entscheidend einbezogen werden.

Unser Leitbild entspricht dem Satz von Maria Montessori:
"Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren."

Das Alter zwischen einem und drei Jahren ist in der Entwicklung des Kindes einer der wichtigsten Lebensabschnitte. Die Erzieherinnen fördern die Kinder umfassend und individuell in ihren Fähigkeiten und motivieren sie, neue Erfahrungen zu sammeln. Gegenwärtige Erlebnisse, Ereignisse oder Situationen werden aufgegriffen und als Thema vertieft. Auf diese Weise werden die Kinder ermutigt, einen eigenen Willen und eine eigene Meinung zu entwickeln, selbständig zu denken und zu handeln. Die Betreuer pflegen einen wertschätzenden Umgang mit den Kindern, wobei jedes Kind in seiner Persönlichkeit und Individualität respektiert wird. Hierbei ist ein hohes Selbstwertgefühl der Kinder das wichtigste Ziel.

„Ein hohes Selbstwertgefühl ist die Voraussetzung für die Entwicklung von Selbstvertrauen; es entsteht, indem sich das Kind in seinem ganzen Wesen angenommen und geliebt fühlt.“
BayKiBiG

Bildungs- und Erziehungsfelder

Auf der Basis des situationsorientierten Ansatzes wird neben den fachlichen Inhalten der einzelnen Bildungs- und Erziehungsfelder die soziale Kompetenz des Kindes und die Entwicklung seiner Gesamtpersönlichkeit gefördert.

Soziale Kompetenz / Persönlichkeitsentwicklung der Kinder

  • erstes Kontaktaufnehmen, sich gegenseitig akzeptieren
  • auf andere Kinder Rücksicht nehmen, helfen
  • Regeln und Grenzen als Notwendigkeit des Zusammenlebens innerhalb der Gruppe erkennen und einhalten
  • Selbständigkeit in lebenspraktischen Bereichen
  • Vertrauen in sich und andere
  • Selbstbewusstsein
  • Konflikte bewältigen ohne körperliche und verbale Gewalt anzuwenden
  • Mit Frustrationen umgehen und diese aushalten  

Schwerpunkte der Bildungsarbeit

  • musikalische Grunderfahrungen (beim gemeinsamen Singen und der musikalischen Früherziehung mit Orff-Instrumenten und den Vorstellungstagen von Musikinstrumenten der Eltern)
  • Förderung der Grob- und Feinmotorik (z.B. beim Spielen, Tanzen und Toben
    und beim Spiel mit den Grossbausteinen)
  • Weiterentwicklung der Feinmotorik und Förderung der Kreativität (z.B. beim Basteln und Malen oder bei Rollenspielen in der Kinderküche)
  • Entspannung (in der Kuschelecke oder auf dem Lesesofa) und eigene Entscheidung in der Freispielzeit über aktive und passive Phasen

Sprachliche Bildung und interkulturelle Kompetenz

  • Die sprachliche Bildung ist untrennbarer Bestandteil aller themenbezogenen Bildungs- und Erziehungsbereiche. Indem die Kinder fragen, sich mitteilen, Dinge benennen und sich informieren, entwickeln sie ihre sprachlichen Kompetenzen weiter.

  • Partizipation

  • Recht auf Mitbestimmung
  • beim Morgenkreis können die Kinder ihre Meinung äussern, was sie spielen möchten/Unternehmung des Tages
  • Mittagskreis Reflektion des Erlebten

Hygiene und Sauberkeitserziehung

  • Eigeninitiative (wann will ich auf die Toilette gehen) unterstützen die tägl. Toilettengänge
  • Lob/Einfühlsamer Umgang/Aufmerksamkeit

Genderpädagogik

  • Spielmaterialien, die die geschlechtsneutrale Erziehung/Förderung unterstützen
  • Kinder lernen geschlechterspezifisches Verhalten, aber auch Geschlechterrollen zu durchbrechen

Hauswirtschaftliche Erziehung

  • gemeinsames Einkaufen von Lebensmitteln
  • Kennenlernen und Probieren der Zutaten
  • Hantieren mit Küchengeräten

Gestalterische Erziehung

  • Kreative Aktivitäten regen die Phantasie an
  • Kinder lernen Farben und Formen kennen und verschiedene Basteltechniken
  • Kinder sollen Phantasie und Kreativität freien Lauf lassen

Mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung

  • Kinder zeigen Interesse und Neugier am Forschen
  • wollen die Welt entdecken
  • Fragen werden gemeinsam behandelt (z.B. Warum schmilzt Schnee? Warum brauchen Blumen Wasser?
  • Ziel: die Umwelt bewusst wahrnehmen

Interkulturelle Kompetenz

  • Da die Angestellten des Bayerischen Staatsballetts und der Bayerischen Staatsoper international angesiedelt sind, wächst ein großer Teil unserer Kinder zu Hause mehrsprachig auf. Diese Kinder bereichern die pädagogische Arbeit, indem sie ganz selbstverständlich ihre kulturspezifischen Gewohnheiten in den Krippenalltag mit einbringen.
  • es wird auf ein Miteinander geachtet
  • Muttersprache (bei zweisprachig erzogenen Kindern) wird beachtet, ebenso die Speisegewohnheiten respektiert.